Kapitel Fünf

Der Geruch von Blut (Blood Type)


Ich schlief die Nacht besser. Als ich mich in mein Bett gelegt hatte, kniff ich die Augen zusammen und schwor mir, sie nicht mehr zu öffnen, was auch klappte. So konnte ich keine Augen sehen.

Ich schlief durch.

Als ich am nächsten Morgen erwachte, erschrak ich. Eisige Kälte zog durch mein Zimmer und wirbelte die Gardinen auf. Der Schnee hatte sich auf meine Fensterbank gelegt. Ich zitterte.


Als ich aufstand trat ich auf etwas Weiches. Neben meinem Bett lag mein Lieblingsbuch Die Sturmhöhe. Ich hatte doch letzte Nacht gar nicht gelesen und gestern Morgen das Buch zurück in das Regal gestellt.



Außerdem konnte ich mich nicht daran erinnern, dass Fenster geöffnet zu haben.

Als ich unten war, war Charlie gerade auf dem Weg nach draußen.
„Oh, Guten morgen Bells, hast du gut geschlafen?“.
„Ja schon“, lächelte ich, „Aber könntest du bitte nicht mein Fenster in der Nacht aufmachen, es war eisig heute morgen“.

Er legte seine Stirn in Falten. „Ich war seit zwei Tagen nicht mehr in deinem Zimmer, du wirst es gestern wohl vergessen haben“, meinte er und winkte zum Abschied. Als ich den Motor seines Wagens starten hörte, ging ich zum Fenster. Jedoch sah ich nur noch den weißen Rauch aus deinem Auspuff in der Luft aufwirbeln und verschwinden.

Ich ging wieder in mein Zimmer. Ich war mich sicher, dass ich es zugemacht hatte.

Als ich meinen Raum betrat, zweifelte ich wahrhaftig an meiner Zurechnungsfähigkeit. Weder das Fenster war geöffnet noch lag mein Buch neben dem Bett.

Ich setzte mich auf mein Bett und schüttelte den Kopf.

Der Rest des Samstages strich an mir vorbei, ohne das ich es merkte. Am Abend rief Mike an, ob ich Sonntag mitkommen würde. Ich entschuldigte mich, mir ginge es nicht gut und versprach ihm, die Woche mit ihm ins Kino zu gehen.

Der Sonntag war ebenfalls unspektakulär. Ich erledigte meine Hausaufgaben, machte die Wäsche und putzte das Haus. Abends kam Charlie und wie aßen Fisch, den er am Vortag gefangen hatte.

„Ich möchte dir morgen Jemanden vorstellen, Bells“, lächelte er. Ich schaute ihn skeptisch an. „Wen denn?“.
„Das verrate ich nicht“, er grinste, was mir Angst machte. „Morgen kommt jemand aus La Push, der dich kennenlernen möchte“.
Ich zog eine Augenbraue hoch, „Kennenlernen möchte?“, echote ich und schluckte mein Stück Fisch runter.
Charlie nickte freudig. „Jetzt verrate ich nichts mehr. Freu dich auf morgen“, damit räumte er meinen und seinen Teller ab und verschwand in seinem Zimmer.

Kopfschüttelnd machte ich mich fertig und schlief auch recht bald ein.

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Als ich am nächsten morgen erwachte, war Charlie schon aus dem Haus. Es war Montagmorgen. Ich hasste Montage.

Grimmig stieg ich aus meinem warmen Bett und schloss das Fenster. Ich hatte es aufgegeben, Charlie zu verdächtigen. Anscheinend war ich Abends immer so müde, dass ich es nicht bemerkte.

Ich ging ins Bad und duschte warm, zog mich an und föhnte meine Haare, als ich etwas in meinem Zimmer klirren hörte. Erschrocken verließ ich das Bad und rannte zu meiner Zimmertür. Als ich diese laut aufstieß war es – leer.

Ich legte meine Stirn in Falten und fragte mich, ob ich langsam durchdrehte. Das Fenster war wieder offen und mein Zimmer durchwühlt. Alle Klamotten lagen verstreut auf dem Boden, meine Bücher waren aus dem Regal gezogen und mein Schmuck lag auf dem Bett.

Jemand war hier gewesen, keine Frage. Durch das Fenster. Und dieser Jemand war die letzten Nächte auch hier gewesen. Und heute hatte dieser Jemand etwas gesucht.

Schnell schloss ich das Fenster, schnappte nach meiner Tasche und verließ mit einem Apfel in der Hand das Haus. Schnell weg von diesem unsicheren Ort. Ich dufte es auf keinen Fall Charlie erzählen. Er würde mich ohne nachzudenken zurück zu Renée schicken, da er sicherlich an meiner Sicherheit zweifeln würde.

Als ich gerade in meinen Transporter steigen wollte, sah ich den Volvo in der Auffahrt.
„Was tust du hier?“, fragte ich nervös, als ich die Tür geöffnet hatte.
„Wonach sieht es denn aus?“, gluckste er, „Ich hole dich ab“.

„Oh Nein“; ich schüttelte übermütig den Kopf. „Ich kann selbst fahren“.
„Ja ich weiß. Und ich wollte dir einfach etwas Gutes tun und bringe dich“.
Ich verdrehte die Augen und stieg ein.

„Geht doch“, lächelte er und startete den Motor.
„Muss ich mich da jetzt jeden Morgen drauf einstellen?“
„Vielleicht“, er lächelte und drehte die Musik lauter.

Ich schüttelte den Kopf und guckte ihn von der Seite an.

You're impossibly fast and strong. Your skin is pale white and ice cold.

Ich schüttelte den Kopf und guckte nach draußen.
„Was denkst du?“, hörte ich Edward fragen. Ich zuckte mit den Schultern.
„Ich überlege was du bist“.

Erschrocken guckte er mich an, fing sich jedoch schnell wieder und blickte mich fordernd an.
„Achja. Zu was einem Entschluss bist du gekommen?“.
Wieder zuckte ich mit den Schultern. „Das ist zu peinlich“.
Er schüttelte den Kopf.
„Ich verspreche nicht zu lachen“.

„Nein, vielleicht wann anders“
„Versprich es mir“
„Ich verspreche es“, und guckte ihn wieder an. Als er lächelte erwischte ich mich doch tatsächlich dabei, wie ich in der Reihe perfekt weißer Zähne Fangzähne suchte. Lachend lehnte ich mich in den Sitz zurück.


„Was ist so lustig?“, fragte er neugierig und blickte mich an.


„Nichts schon gut“, meinte ich ernst und guckte wieder aus dem Fenster. Wir waren and er Schule angekommen.

„Dann bis in Biologie“, meinte ich und stieg aus dem Wagen.
„Nein, ich werde heute nicht kommen“.
Ich ließ mich zurück zu ihm in den Wagen fallen. „Du schwänzt?“
„Kann manchmal ganz gesund sein“, er grinste und legte seinen Kopf schief. „Los, sonst kommst du zu spät zur ersten Stunde“.

Schon hatte er mir die Wagentür geöffnet
Die ersten Stunden gingen schnell vorüber, in der Pause war Edward nicht da.
Enttäuscht setzte ich mich zu den anderen.

„Bella“, quiekte Angela und piekste mich in die Seite. „Bella, Edward Cullen winkt dir“. Sofort schellte mein Kopf hoch und ich fand ihn. Er saß heute nicht an dem Tisch seiner Geschwister sondern alleine. Er guckte mich fordernd an und deutete mir, zu ihm zu kommen.

„Ich glaube er will, dass du dich zu ihm setzt“, meinte Angela und guckte mich mit großen Augen an. „Edward Cullen“, sie atmete laut aus.

Ich lächelte und wurde rot. „Entschuldige mich“, meinte ich leise und ging zu ihm

„Entschuldigen, Sie Dame. Hätten sie Lust mit mir heute Ihr Mahl einzunehmen?“, lächelte er und zog den Stuhl neben sich vor. Ich ließ mich auf diesen plumpsen.
„Wie komme ich zu der Ehre?“, fragte ich.
„Mit mir an meinem Tisch zu sitzen? Ich habe das ernst gemeint, Bella. Ich bin es Leid, mich von dir fernzuhalten“.

Ich schluckte. Am Wochenende wollte er das auch. Und ich hatte aus Angst abgesagt. Jetzt verbrachte ich trotzdem Zeit mit ihm.
Es war wie ein Fluch. Ein Bann, dem ich mich nicht entziehen konnte.

„Heißt das, wir sind jetzt Freunde?“

„Freunde“, sinnierte er skeptisch.
„Ehm“, machte ich schnell. Anscheinend ging ihm alles zu schnell.
„Naja, probieren geht über studieren oder wie sagt man? Aber ich bin nicht gerade der…sicherste Freund für dich, Bella“.
Ich schluckte.
„Ich weiß“
„Nein, weißt du nicht“, O Doch, Edward Cullen. Mehr als du glaubst, auch wenn es schwachsinnig ist.
„Das sagst du ständig“
„Du scheinst ein Gefahrenmagnet zu sein“, er lächelte, „Du hast freie Wahl deine Freunde auszusuchen und läufst der größten Gefahr mit offnen Armen entgegen“.
„Du siehst dich als größte Gefahr hier?“
„Jup“, er lächelte schief.

„Wieso isst du nichts?“, fragte ich nach einiger Zeit.
„Keinen Hunger“, meine er gelassen. Ich betrachtete das volle Tablett vor ihm.


„Wieso kaufst du dir dann soviel?“
„Mein Appetit war eben doch geringer, als ich dachte“.
„Ah“, meinte ich. Irgendetwas stimmte an dieser Sache nicht, das würde ich noch heraus finden.


Es klingelte und ich stand auf.
„Du willst immer noch nicht mit kommen zu Biologie?“, fragte ich und legte meinen Kopf schief.
„Nein, ich hatte es nicht vor“, er grinste und machte auch keine Anstalten aufzustehen.
„Ich warte auf dem Parkplatz auf dich“, ich nickte.

Als ich den Klassenraum betrat, war Mr Banner schon vorne und verteilte kleine Pappschachteln.
„Okay, ihr nehmt jetzt jeweils einen Gegenstand aus jeder Schachtel. In der ersten Schachtel sind Indikatoren, in der Zweiten vier winzige Applikatoren und in der dritten sterile Mikrolanzetten.“


Er stellte sich neben Mike und bat nach deren Arm. Er streckte ihn bereitwillig aus. Mr Banner kam nun mit der Lanzette und stach in seinen Arm. „Den tropfen Blut tragt ihr dann mithole des Applikators auf die Karte“, er tat dies, „so“.

Mir wurde schwindelig. Ich legte meinen Kopf auf die kühle Tischplatte und schloss meine Augen.

Bella, geht es dir nicht gut?“, fragte Mr Banner.
Ich kenne meine Blutgruppe schon
Besorgt blickte er mich an.

„Ist dir schlecht?“
„Etwas“, gab ich zu.



„Mike, gehst du bitte mit ihr in das Krankenzimmer?“, dieser nickte sofort.
Als wir auf dem Hof ankamen, atmete ich tief durch. „Können wir uns kurz setzten?“.
„Natürlich“.
„Und Mike, lass auf jeden Fall deine Hand in der Tasche“.
Er lachte.
„Du kannst kein Blut sehen“.
Ich stöhnte laut auf.

„Es gibt schönere Sachen“.

„Was ist passiert, ist sie verletzt?“
„Ihr ist schlecht geworden, wir haben Blutgruppen bestimmt“, quiekte Mike überfordert. Ich merkte, wie mich zwei starke Arme hoch nahmen.
„Nein“, meinte ich gequält. „Lass mich runter“

1.9.08 15:06
 

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